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Erweckung: Vier Biblische Beobachtungen (Stefan Haas)

Erweckung: Vier Biblische Beobachtungen (Stefan Haas)

Es gibt beeindruckende Beispiele von gro­ßen Erweckungen in der Kirchengeschich­te. Die Frage ist: Was sagt eigentlich das Wort Gottes dazu? Vier Beobachtungen zu einem spannenden Thema – und ihre Fra­gen an uns.

 

PERSÖNLICHE ERWECKUNG

In Epheser 5,14 lesen wir: …denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.

Dieser Vers ist ein Befehl zu persönlicher Erweckung. Interessanterweise werden wir dabei ganz klar aufgefordert, zuerst aktiv zu werden. Alles, was offenbar wird, ist Licht. Ein Mensch, der sich ganz ins Licht Gottes stellt, erlebt persönliche Erweckung. Er wacht aus seinem geistlichen Schlaf auf und steht auf von den Toten. Damit sind nicht nur Sünde und Schuld gemeint, son­dern auch die verborgenen Gedanken und Gesinnungen unseres Herzens, unserer Haltungen und unseres Lebensstils. Wer bereit ist, sein Leben ganz im Licht Gottes zu sehen – der erlebt persönliche Erwe­ckung.

Viele Beispiele von Erweckungen lehren uns, dass es sehr oft Einzelne sind, die zu­erst eine persönliche Erweckung erleben. Ihr Erweckungsfeuer springt auf andere über – oftmals zuerst auf andere Christen. Dann kann daraus eine Massenbewegung werden, die auch Menschen erreicht, die Gott noch nicht kennen.

 

DER RICHTIGE BLICK

Während die Jünger in der Stadt Essen ein­kauften, sprach Jesus alleine mit einer Sama­riterin am Brunnen (Johannes 4). Ihr Leben wurde dadurch so verändert, dass sich dar­aufhin die ganze Region für Jesus öffnete.

Anschließend sagte Jesus zu seinen Jüngern (Johannes 4,35): Sagt ihr nicht selber: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Sie­he, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder, denn sie sind reif zur Ernte.

Ob wir eine vorbereitete Erweckung wahr­nehmen und fördern können, hängt ganz offensichtlich damit zusammen, womit wir beschäftigt sind und was unsere inneren Augen sehen können – oder was sie nicht sehen können. Die Jünger waren gedank­lich mit dem Essen beschäftigt. Sie erwar­teten die Ernte auch erst später. Die span­nende Frage ist: Hätten sie die vorbereitete Erweckung überhaupt gesehen? Hätten sie die einzelne Frau am Brunnen überhaupt wahrgenommen? Oder hätten sie gegessen und wären weiter ihres Weges gezogen – und niemand hätte jemals von einer Erwe­ckung in Samaria gelesen?

 

DIE VERHEISSUNG EINER ENDZEITLICHEN ERWECKUNG

In Jakobus 5,7-8 heißt es: 7 So seid nun gedul­dig, liebe Brüder, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfan­ge den Frühregen und Spätregen. 8 Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.

Dieses Wort spricht vom Früh- und Spät-regen. Der Bauer wartet auf die Ernte – und wartet dabei den Früh- und den Spätregen ab. Dann erst kommt die Ernte. Man muss diese Worte vor ihrem jüdischen Hinter­grund lesen. Von den jüdischen Hauptfes­ten gibt es zwei ausgesprochene Erntefeste: Schawuot (Pfingsten) ist u.a. das Fest der ersten Ernte des Jahres. Es erfüllte sich an Pfingsten, indem an diesem Tag die große Ernte Gottes begann. Das war der „Früh-regen“. Sukkot (Laubhüttenfest) ist u.a. das Fest der letzten Ernte des Jahres. Sukkot ist das einzige jüdische Fest, das sich noch nicht erfüllt hat. Es hat eine endzeitliche Perspektive: Es weist darauf hin, dass wir „hier keine bleibende Stadt haben“ (Hebrä­er 13,14), sondern unser Leben wie in Zelten verbringen. Und es ist das Fest der letzten großen Ernte. Nimmt man diese Verse aus Jakobus vor ihrem jüdischen Hintergrund ernst, so ist eins klar: Die eigentliche Ern­te und Erweckung kommt überhaupt erst noch – kurz bevor Jesus wiederkommt.

Das passt zusammen mit Römer 11,12+15: 12 Wenn aber ihr Fall der Reichtum der Welt und ihr Verlust der Reichtum der Heiden ge­worden ist, wie viel mehr ihre Fülle! (…) 15 Denn wenn ihre Verwerfung die Versöhnung der Welt [zur Folge hatte], was wird ihre An­nahme anderes [zur Folge haben] als Leben aus den Toten?

Diese Verse sprechen von einer Erweckung des jüdischen Volkes, die auch für den Rest der Welt – für die ganze Welt – eine geistli­che Dimension freisetzen wird, die wie eine Auferweckung aus den Toten sein wird. Das ist der „Spätregen“. Eine solche Erweckung hat es in der Weltgeschichte noch nie ge­geben. Keine der bisherigen Erweckungen hatte einen solchen Charakter. Mein Ein­druck ist: Wir stehen kurz davor. Das wird die nächste Erweckung sein.

 

 

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