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Die Corona-Pandemie: eine Orientierungshilfe von Jobst Bittner

Die Corona-Pandemie: eine Orientierungshilfe von Jobst Bittner

Hollywood wusste es anscheinend vorher, und doch hatte niemand damit gerechnet. Die schlimmsten Befürchtungen aus dem Katastrophenfilm „Pandemie“ wurden plötzlich wahr. Ein Virus hat in den letzten Monaten die Welt aus den Angeln gehoben. Es ist die Zeit der verbarrikadierten Häuser und Wohnungen. Wir haben die Türen hinter uns verschlossen und warten darauf, dass die Corona-Pandemie an uns vorüberzieht. Jetzt haben wir mehr Zeit als uns lieb ist – und aus dem weltweiten Web lernen wir die privaten Wohn- und Arbeitszimmer von Musikern, Künstlern und Pastoren kennen, die bisher nur in Großveranstaltungen aus der Ferne zu betrachten waren.

Wir haben als Gemeinde und Werk alles auf online umgestellt. Es gibt den Online Gottesdienst, die Online Bible Talks und Online Mitarbeitertreffen. Nach ersten Lockerungen sind kleinere Treffen mit Mundschutz angesagt. Manche sagen, dass die Krise viele Vorteile mit sich bringe, man müsse nur die Chancen darin erkennen. Nur wie, frage ich mich, wenn im TV an jedem Tag die Bilder von sterbenden Menschen, Todes-Statistiken und ratlosen Politikern zu sehen sind. Mich erschreckt, dass in kürzester Zeit Kirchen und Gemeinden einfach zumachen konnten. In der 2000-jährigen Geschichte der Christen hat es so etwas noch nie gegeben.

Gottesdienste, Gebetstreffen, Hauskreise – einfach nicht mehr möglich. Christen sind jetzt allein zu Hause. Aber es gibt – „online“ sei Dank – eine Fülle von Ratschlägen und prophetischen Worte, wie wir diese Zeit überstehen und geistlich richtig einzuschätzen haben. Die Israelis versuchen es mit Humor. Der heiß umstrittene Premierminister Benjamin Netanjahu erklärt seinem Volk, wie man sich richtig verhalten soll: richtiges Niesen, richtiges Schnäuzen, richtiges Abstandhalten. „Bibi, Schalom!“ schreibt daraufhin ein Fernsehzuschauer per WhatsApp, „Gestern hast du erklärt, wir sollten zwei Meter Abstand einer vom anderen halten. Unser Bett ist aber nur 1.80 Meter breit. Meine Frau weigert sich, auf dem Boden zu schlafen. Was sollen wir tun?“*

In einem Rundbrief wird drauf hingewiesen, dass wir aus der Kirchengeschichte lernen können, dass nach großen Epidemien sich das Christentum weiter ausgebreitet und meistens sogar verdoppelt hat. Obwohl das auf den ersten Blick nicht sonderlich ermutigt, lohnt es sich doch, genauer hinzuschauen: Die Hilfsbereitschaft und selbstlose Liebe der Christen in ihrem Dienst an Kranken, Gebrechlichen und Behinderten erzeugte eine Strahlkraft, die weit über jede Epidemie hinaus zu einem vollmächtigen Zeugnis wurde.

Erstaunlich ist, wie ähnlich Bibelstellen trotz unterschiedlichen kulturellen Hintergrunds oder theologischer Prägung verwendet werden. Ob in China, Afrika, Lateinamerika, den USA oder in einem europäischen Land – die Verse aus Haggai 2,6-7 und 2. Chronik 7,14 werden am meisten zitiert. Es ist die Zeit, sagt der Prophet Haggai, in der alles, was erschüttert werden kann, erschüttert wird. Vor unseren Augen zerbröselt alles, was vorher wie festgemeißelt war: elementare Grundrechte wie die Bewegungsfreiheit, Versammlungsfreiheit oder die Religionsfreiheit. Wirtschaftsgiganten schicken die Arbeiter nach Hause, Fußballstadien bleiben leer und Themen, die bis jetzt existenziell wichtig waren, werden bedeutungslos. Erleben wir Gottes Weckruf an die Nationen in Realität? Können die Verse aus 2. Chronik 7,13-14 Gottes endzeitlicher Ruf und der Schlüssel zur Heilung für unser Land und für alle anderen Nationen sein? Ich bin mehr denn jemals davon überzeugt. Vielleicht haben wir nicht genau genug hingeschaut. Wir wollen die Verse an dieser Stelle noch einmal genau lesen:

„Siehe, wenn ich den Himmel verschließe, dass es nicht regnet, oder die Heuschrecken das Land fressen oder eine Pest unter mein Volk kommen lasse und dann mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, dass sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen bekehren, so will ich vom Himmel her hören und ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen.“ (2. Chronik 7,13-14)

Trockenheit und Feuerkatastrophen, Heuschreckenplagen und Pandemien sind sichtbare Zeichen einer globalen Erschütterung. Wir sehen im Hebräerbrief 12, 26-27, wie das prophetische Wort unterstrichen wird. Die Erschütterungen werden so einschneidend sein, dass Jesus selbst davor warnt, dass „die Herzen der Menschen vor Angst und der Erwartung der Dinge, die auf die Erde kommen, erstarren werden (…)“ (Lukas 21,26). Wir haben den Menschen über Gott erhöht und uns selbstherrlich zu Götzen gemacht. Unser Problem ist nicht zuerst das Coronavirus, sondern unsere Gottesferne! Der Kampf gegen Corona beginnt auf unseren Knien! Gott möchte sich in seiner unendlichen Liebe Deutschland neu zuwenden und heilen. So unterschiedlich prophetische Worte und Erkenntnisse sein mögen: Die Umkehr fängt immer bei uns selbst an.

 

*Quelle: Johannes Gerloff, Israel und der Corona-Virus in: Latest News, Israel am 26.03.2020.