Ausstellung Nie wieder schweigen

Ausstellung Nie wieder schweigen

Im historischen Kellergewölbe ist die Ausstellung "Nie wieder schweigen" beherbergt. Die Ausstellung befasst sich mit der Rolle Tübingens im Nationalsozialismus und dessen Auswirkung auf Europa. Weiter erzählt sie von der Versöhnungsarbeit durch den Marsch des Lebens, bei dem Nachfahren der Täter ihr Schweigen brechen.

 

Der erste Teil der Ausstellung dokumentiert die Geschichte der Juden in Tübingen sowie die Rolle Tübingens im Nationalsozialismus. Durch Einblicke in verschiedene Gesellschaftsbereiche wie Politik, Kirche und Universität wird ersichtlich, dass der Nationalsozialismus in Tübingen, wie auch in anderen Städten, fest in der Gesellschaft verankert war. Das nationalistische Klima, der Wunsch, eine Parteistadt zu sein sowie die rassistische Wissenschaft haben dazu beigetragen, dass Tübingen europaweit an den Schrecken des Holocausts beteiligt war. Die Vorreiterrolle Tübingens während der NS-Diktatur zeichnet sich dabei deutlich ab. Wegen des offensichtlichen Antisemitismus zieht sich der Großteil der Tübinger Juden frühzeitig aus der Gesellschaft zurück und flieht aus der Stadt. Tübinger Wissenschaftler untermauern mit ihrer Forschung und ihren Theorien die Rassenideologie und legen die Grundlage für die Ausgrenzung und Vernichtung von Juden, Sinti und Roma und „Unerwünschten“. Überproportional viele Täter des Nationalsozialismus haben eine direkte Verbindung zu Tübingen. Schätzungen besagen, dass durch Tübinger Exekutoren über eine halbe Million Menschen umgekommen sind. Ihre blutige Spur zieht sich durch ganz Europa.

 

Im zweiten Teil der Ausstellung geht es um den „Marsch des Lebens“ als ein Beispiel für die Aufarbeitung der Geschichte. Der Marsch des Lebens entstand im Jahr 2007 und breitete sich in den nachfolgenden Jahren in zahlreiche weitere Städte und Nationen aus.

 

Der Name der Ausstellung „Nie wieder schweigen“ steht dafür, dass wir als Tübinger und Deutsche in Zukunft weder über die vergangene Geschichte noch über den aktuellen Antisemitismus und Rassismus unserer Zeit schweigen dürfen.

Montag-Samstag | 11:00-18:00 Uhr

Ort: Marktplatz Tübingen (gegenüber Rathaus)