Ausstellung Nie wieder schweigen

Ausstellung in Tübingen

entDECKEN – aufDECKEN – das Schweigen durchbrechen

 

Die 2013 eröffnete Ausstellung befasst sich mit der Rolle Tübingens im Nationalsozialismus und dessen Auswirkung auf Europa. Weiter erzählt sie von der Versöhnungsarbeit durch den Marsch des Lebens, bei dem Nachfahren der Täter ihr Schweigen über die Rolle der eigenen Familie brechen. Mehr als 10.000 Besucher haben die Ausstellung gesehen und waren von ihrer Botschaft tief berührt. 


Begegnungen

Seit 2011 kommen Reisegruppen aus Israel auf ihrer Tour durch Deutschland in die Ausstellung. In einer kurzen Führung erfahren sie, dass aus der beschaulichen Kleinstadt Tübingen mit seinen hübschen Fachwerkhäusern Tod für etwa 600.000 Juden in Europa aus ging. Massenmörder wie Martin Sandberger, die an der Universität Tübingen studiert hatten und danach Einsatzgruppenleiter in Osteuropa wurden, lebten in der Bundesrepublik nach 1945 weitgehend unbescholten weiter. Eine Wahrheit, über die lange nicht gesprochen wurde.
Doch im Zentrum des Besuchs stehen die Begegnung zwischen Nachfahren der Täter und den israelischen Besuchern, von denen viele Familienangehörige im Holocaust verloren haben. Sehr persönlich erzählten sie die Geschichten ihrer Familien und welche Auswirkungen die Auseinandersetzung damit auf ihr eigenes Leben hatte.


Ausstellungs-Erneuerung in 2018

Die rechte Seite des Raumes behandelt die Rolle Tübingens im Nationalsozialismus und dessen Auswirkung auf Europa. Diese wird so bestehen bleiben. Dazu kommt nun aber die Erweiterung über die Nachkriegszeit in Deutschland und die Botschaft des Marsch des Lebens. Die beiden zentralen Punkte dabei sind:


Das Herzstück des Marsch des Lebens

Persönliche Aufarbeitung: es dauerte Jahrzehnte, bis die Erinnerung an den Holocaust in der Gesellschaft zum Konsens wurde. Und dennoch blieben die Familienerinnerungen dabei ausgespart und die antisemitischen und rassistischen Vorurteile wurden zwar nicht mehr öffentlich geäußert, schwelten aber unter der Oberfläche weiter. Diese aufzudecken ist das Anliegen des Marsch des Lebens.


Ausbreitung des Marsch des Lebens

Eine lokale Aktion wird zur weltweiten Bewegung: die Dokumentation über die Märsche des Lebens und seine Arbeitsbereiche soll die internationalen Besucher der Ausstellung ermutigen in ihrer Stadt und Nation selbst aktiv zu werden.

 


"Dieses Museum ist ein Muss für jeden, besonders für die Bürger von Tübingen"
Ruth Doctor, Enkelin von Hannah Bernheim, einer jüdischen Bürgerin von Tübingen, die 1939 emigrierte

 

Für die Ausstellung spenden Mehr über Marsch des Lebens Mehr über persönliche Aufarbeitung

Montag-Samstag | 10:00-18:00 Uhr

Ort: Marktplatz Tübingen (gegenüber Rathaus)