Das Geheimnis des Tabernakels - Wie Gottes Gegenwart dein Leben verändern kann

Impulse Jobst Bittner

Gibt es für Gott einen besonderen Wohnort hier auf der Erde? Diese Frage hatte schon das Volk Israel bewegt. Deshalb bauten sie für die Bundeslade nach Gottes Anweisungen ein besonderes Zelt, das in seiner Symbolik so einzigartig war, dass mehrere tausend Jahre später der Autor des Hebräerbriefes darauf Bezug nehmen sollte. Es handelte sich um die Stiftshütte, das Tabernakel, das auch der „Ort der Begegnung“ mit Gott genannt wurde.

Gott sehnt sich bis heute danach, seinem Volk zu begegnen. Das kann er überall tun – und doch erwählte er sich in der Geschichte seines Volkes immer wieder spezielle Orte, die ihm besonders gefielen und wo er verweilen wollte.

 

Was ist ein Tabernakel?

Das aus der lateinischen Wortbedeutung hergeführte Wort „Tabernakel“ übersetzt das hebräische Wort „Mischkan“ ןּ ָכׁש ִמְ mit einer „Hütte“ oder einem „Zelt“, das zu „Gottes Wohnung auf Erden“ geworden ist. Das „Zelt der Begegnung“ sollte der Ort sein wird, an dem das Volk Israel den Herrn suchen sollte und wo er mit Mose und Aaron über seine Pläne sprechen wollte.

Und er nannte es: Zelt der Begegnung. Und es geschah, jeder, der den Herrn suchte, ging zum Zelt der Begegnung außerhalb des Lagers hinaus. 2. Mose 33,7 (ELB)

Das unmittelbare Zentrum des Tabernakels wurde das „Allerheiligste“ genannt. Hier stand die Bundeslade, eine mit Gold überzogene Truhe aus Akazienholz, auf der zwei Cherubim thronten, die schützend ihre Flügel über die Deckplatte ausbreiteten. Die Deckplatte wurde der „Gnadenthron“ genannt. In der Truhe befanden sich die zwei Steintafeln, die Gott Mose auf dem Berg Sinai übergeben hatte (2. Mose 25,26). Wer das Allerheiligste betreten wollte, musste sich in einem bronzenen Waschbecken im Vorhof sorgfältig reinigen. Gott hat sich nicht geändert! Er nähert sich uns gerne, wenn wir mit einem gereinigten Herzen vor ihn treten.

Erschaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist!
Psalm 51,12 (LUT)

Gottes Herrlichkeit lagerte sich mit der Wolken- und Feuersäule sichtbar am Eingang des Tabernakels (2. Mose 33). Mose redete hier mit dem Herrn von Angesicht zu Angesicht, „wie ein Mann mit einem Freund redet“ (V. 11). Josua wich nicht aus dem Innern des Zeltes und verweilte in der Gegenwart Gottes. Auch David suchte im Heiligtum Zuflucht und Versorgung auf seiner Flucht vor Saul (1. Samuel 21). Er betete: „In seiner Hütte wird er mich bergen am Tag des Unheils, er bewahrt mich im Schutz seines Zeltes und hebt mich empor auf sicheren Felsen.“ Psalm 27,5 (ELB)

 

Gottes Herrlichkeit

David wollte Gott in Jerusalem einen Tempel bauen, aber erst sein Sohn Salomo konnte seinen Traum realisieren. Hier sollte Adonai zu jeder Stunde und an jedem Tag der Woche Opfer gebracht und angebetet werden. Die Psalmen berichten uns davon, dass der Herr zu jeder Tages- und Nachtzeit, rund um die Uhr, angebetet wurde. Hier liegen die eigentlichen Wurzeln des heute bekannten 24/7 Gebets. Wir sind so dankbar, dass wir als Gemeinde und Werk seit inzwischen 23 Jahren Tag und Nacht, in einer 24/7 Kette in Dreistunden-Schichten, in Anbetung, Fürbitte und Gebet vor ihm stehen dürfen. Die Zuständigkeit für den Tempeldienst hatte Gott den Leviten übertragen. Sie waren berufen, im Heiligtum anzubeten. Dies geschah in einer persönlichen Art und Weise: Sie spielten meisterhaft, spontan und prophetisch auf kunstvoll gestalteten Instrumenten und lobten den Herrn mit ihrem Können und ihren Stimmen. Ihre Anbetung stieg täglich wie ein lieblicher Geruch zum Herrn auf, ganz ähnlich wie das Räucherwerk auf dem Räucheraltar im Heiligtum. Ihre tägliche Anbetung war nur für den Herrn bestimmt. Gott wohnte mit seiner Gegenwart inmitten der Anbetung seines Volkes.

Doch du bist heilig, der du wohnst unter den Lobgesängen Israels. Psalm 22,4 (ELB)

Und dann kam die große Katastrophe. Mit der Zerstörung des Tempels im Jahre 70 n.Chr. durch die Römer verstummte die Anbetung in Jerusalem. Jesus hatte seine Jünger darauf vorbereitet. Er wusste, dass kein Stein in Jerusalem auf dem anderen bleiben würde. Damit würde die Zeit anbrechen, so versprach Jesus es der Frau am Jakobsbrunnen, in der die Menschen Gott überall, wo sie sind, im Geist und in der Wahrheit anbeten werden (Johannes 4,23-24).

 

Eintauchen in die Liebe Gottes

Jeder Ort, an dem wir Gott im Gebet und mit Anbetung begegnen möchten, kann zu einem persönlichen „Zelt der Begegnung“ werden! Dabei werden alle Versprechen und Zusagen, die Gott für die Stiftshütte gesprochen hat, auch heute noch für jeden gültig, der Ihn sucht – ganz gleich, wo dies passiert! Es gibt eine Anbetung, die tiefer ist als zu musizieren und Lieder zu singen. Es ist ein Eintauchen in die Gegenwart Gottes, in der die Zeit keine Rolle mehr spielt (Hebräer 4,9). Wer in der Liebe Gottes ruhen will, sollte seine Uhr ablegen und die Bereitschaft mitbringen, auf ihn zu warten. Obwohl der Herr sich an jedem Ort finden lässt, liebt er es, wenn wir ihm besondere Gebetsorte zubereiten und weihen. Wir nennen diesen besonderen Gebetsort unser „Tabernakel“.

 

Wenn der Himmel die Erde berührt

Unser Tabernakel ist das Herzstück des Gemeinde- und Konferenzzentrums. Wir haben diesen Gebetsraum mit viel Liebe und Kreativität gestaltet. Es ist der Ort, an dem jeder Beter willkommen ist, sich von der Getriebenheit des täglichen Lebens abzusondern, um in Gottes Liebe zu ruhen, neu zu empfangen und in seiner Gegenwart zu sein. Tausende Menschen sind an diesem Ort Gott neu begegnet und haben innere und auch körperliche Heilung erlebt. Viele sagen, dass sie hier erleben, wie der Himmel die Erde berührt. Hier erleben sie in besonderer Weise, wie der Herr persönlich redet, prophetisch offenbart, Träume, Visionen und neue Lieder schenkt oder sie einfach geistlich erfrischt.

Wir haben das Gebet im Tabernakel vor genau 20 Jahren in Israel entdeckt. Es war ein besonderer, dem Herrn geweihter Gebetsraum in Tel Aviv, in dem viele Beter das abgeschiedene und stille Gebet neu entdeckten. Viele erlebten eine neue, persönliche Heimsuchung Gottes und verbrachten die Nacht im Gebet. Seitdem wurde in Tübingen – und an vielen anderen Orten des TOS Werks – ein Tabernakel als Ort der persönlichen Begegnung mit Gott eingerichtet.

Anlässlich der Einweihung des neuen Foyers im Oktober 2022 wurden auch die neuen Räumlichkeiten des Tabernakels eröffnet. Der Gebetsraum steht dir sonntags vor dem Gottesdienst von 14:00 bis 16:00 Uhr zur Verfügung.

Wenn du dort zu einer anderen Zeit sein möchtest, bist du herzlich willkommen, in persönlicher Absprache einen Termin zu arrangieren.

 

Artikel aus der Offensiv 05/2023 von Jobst Bittner und Markus Kalb